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Dreibinden-Flughuhn
Pterocles quadricinctus
Art der Pteroclididae


Abb.. 957 ad. Männchen © Charles J. Sharp

Abb.. 958 ad. Weibchen © Charles J. Sharp
immat. Männchen
ad. Männchen
ad. Weibchen

Die Spulen des Großgefieders sind durchsichtig, und werden an den Kielbasen weiß. Im weiteren Verlauf der Federn gehen diese bald in ein dunkelbraunschwarz über.
Die Körperfedern der Flughühner (inclusive des Großgefieders) besitzen einen dunig ausgebildeten "Afterschaft" (Zwillingsfedern wie beispielsweise bei Hühnervögeln, die das dunige Untergefieder bilden). Zudem sind die Basisbereiche der Innen- und Außenfahnen aller Körperfedern sehr dunig ausgebildet. Dies dient zum einen der Thermosiolation - schützt also vor Überhitzung am Tage und vor Auskühlung in der Nacht, da es in wüstenartigen Gebieten am Tage bis zu 50 Grad Celsius und mehr werden, in der Nacht jedoch bis auf 0 Grad Celsius absinken kann -, zum anderen jedoch können sich so diese Dunenbereiche voller Wasser saugen, um Trinkwasser zu speichern. Die Federn von Flughühnern sind sehr dick und relativ weich ausgeprägt.

Die HS adulter Männchen und Weibchen sind schwarzbraun gefärbt - die Basisbereiche sind bräunlich aufgehellt. Auf den inneren AS hingegen wird der aufgehellte Basisbereich sandfarben-grau von Feder zu Feder größer, und es zeichnet sich ein schmales, diagonal verlaufendes, schwarzes - und beidseits weiß eingefasstes - Band ab. Im weiteren AS-Verlauf gesellen sich weitere Bänder hinzu - im Bereich zu den Schirmfedern hin formt sich diese Diagonalbänderung zu einer normalen, feinen Querbänderung um. Die aufgehellten Areale sind klar und deutlich zu der schwarzbraungrauen Grundfärbung abgegrenzt. Die Steuerfedern sind ebenso gebändert wie die Schirmfedern. Die Oberflügeldecken (OHD, Alulafedern) sind ähnlich den HS gefärbt, während die OAD ebenso gebändert sind wie die Schirmfedern.
Adulte Weibchen besitzen gleich gefärbte HS wie die Männchen. Die AS sind ebenso gefärbt wie die des Männchens, jedoch sind die aufgehellten Bereiche der AS diffus zu den dunklen Bereichen abgegrenzt, die Bänderung ist nicht so klar wie bei den Männchen - sondern diffus mit kleinen, eingestreuten Flecken versehen. Das restliche Großgefieder stimmt mit denen des Männchens überein.
Jungvögeln ähneln den Weibchen.

Die Mauser der Handschwingen verläuft über sechs Monate, sodass die Flugfähigkeit der Tiere zu keiner Zeit beeinflusst wird.

Feder Nummer längste
Handschwinge 11 pro Flügel Keine Daten verfügbar
Armschwinge 16-17 pro Flügel Keine Daten verfügbar
Steuerfeder 16-24
Keine Daten verfügbar
Anmerkungen zu Vermessungsdaten

Anzahl der Individuen n

Für die Statistik der längsten Federmaße verwenden wir nur die Daten von Vögeln, bei denen die größten Federn vorliegen. Eine abgebrochene, fehlende oder im Wachstum befindliche Feder, welche potentiell die längste sein könnte disqualifiert das Individuum für die Vermessung. Ebenso werden keine Hybriden in die Statistik eingerechnet. Vögel verschiedenen Alters (z.b. junge und adulte Spechte), Geschlechts (z.b. männlicher und weiblicher Sperber) und Unterarten werden jedoch gleichermaßen im Diagramm genutzt und können so zu einem sehr großem Variationsbereich führen. Je größer die Anzahl an vermessenen Individuen ist, desto genauer ist die Angabe des Variationsbereichs. Sehr kleine Datensätze von einem oder nur ein paar Vögeln führen nur zu näherungsweisen Ergebnissen

Vermessungsmethode

Die Federn werden digital über den Scan vermessen. Dabei wird eine ventrale Krümmung der Federn für die Vermessung geradegezogen, eine kaudale Krümmung jedoch nicht! Vermessen wird vom Anfang der Spule bis zur größten Ausdehnung der Feder. Dies muss nicht immer zwingend der Kiel sein, sondern können (z.b. bei Ammern Armschwingen) auch die Federstrahlen sein. Besondere Ausprägungen wie z.b. die Wachsplättchen beim Seidenschwanz werden in der Vermessung ausgelassen.

Prozentangaben

Die Prozentangaben der einzelnen Federn wie z.b. H5 besagen wie groß der Anteil unter den Individuen ist, bei denen diese Feder die längste ihrer Art ist. Diese Angabe sollte immer in Verbindung mit der Gesamtanzahl der vermessenen Vögel betrachtet werden. Eine Angabe von 100% bei fünf Individuen ist keine Garantie dafür, dass diese Feder wirklich immer die längste ist.

Länderzuweisungen

Flughühner

Merkmale

P. quadricinctus erreicht eine Körperlänge von ca. 25cm, eine Spannweite von 48-51cm und ein Gewicht von 140-290g. Damit ist das Dreibinden-Flughuhn in etwa so groß wie eine Ringeltaube (Columba palumba).
Zwischen Männchen und Weibchen existiert ein kaum ausgeprägter Geschlechtsdimorphismus.

Die Systematik der Flughühner war lange Zeit umstritten. So wurden sie von den Zoologen der Ordnung der Wat-, Hühner- oder Taubenvögel zugewiesen, da ihr Äußeres und einige Verhaltensweisen (Bodenbrüter, Nestflüchter, Schnabelform) an Hühnervögel wie etwa Rebhühner oder Steinhühner erinnern. Flugweise und einige anatomische Details wiederum scheint die Flughühner eher mit den Tauben zu verbinden, während andere Besonderheiten wie das Fehlen der Wachshaut, der Schädelbau oder die Anatomie des Verdauungstraktes eher an Watvögel erinnern.
In Anpassung an ihre Umgebung ist ihr Gefieder in Braun- und Grautönen gehalten, vorherrschend sand- und ockerfarben mit schwarzen Bändern und Tupfen - so können sich Flughühner in ihren sandigen, steinigen und trockenen Lebensräumen hervorragend tarnen. Die Beine sind befiedert, bei den Steppenhühnern auch die Zehen.

Das Tarn-Gefieder von P. quadricinctus ist wunderbar an die sandigen und trockenen Lebensräume diesel Art angepasst. Die Körperform wirkt plump und recht klein. Die Flügelunterseiten sind schwärzlichgrau, der untere Bauchbereich ist ebenfalls schwärzlich - der Oberbauch hingegen ist fein schwarzweiß gesperbert. Das Steuer ist abgerundet - im Gegensatz zu einigen anderen Flughuhnarten.
Der kräftige, kurze und hühnerartige Schnabel ist rötlich gefärbt, die Augen sind schwarz und von einem sonnengelben, breiten - sehr deutlichen - Augenring umgeben. Die Beine und Füße sind orangerosa.
Das Männchen des Buschflughuhns besitzt unter den Flughühnern eine Besonderheit - über dem Schnabelansatz befindet sich ein breites weißes Band, auf das wiederum ein ebenso breites, schwarzes Band folgt - dieses schwarze Band wird von einem zweiten, weißen Band eingerahmt wird. Daran schließt sich die kryptische sandfarben-dunkelbraun gebänderte, fein gebänderte Zeichnung des Schädels an, die sich bis zum Nackenansatz fortsetzt. Die übrigen Kopf- und Halsregionen sind komplett graubraun gefärbt, der Rücken hingegen besitzt bis ins Steuer hinein (die Flügeloberseiten ebenso) eine kryptisch schwarz-weiß-graubraun gebänderte Färbung und Zeichnung - die Schulterfedern jedoch sind sandfarbengrau. Die Oberflügeldecken besitzen eine sandfarben-graue Grundfärbung. Es wirkt so, als besäßen die Flügel bis zu 5 feine, schwarze Bänder, im angelegten Zustand. Ein sehr breites, schwarzes Brustband (mit einem weißen, schmaleren Band nach oben abgegrenzt) trennt Hals und Brust vom Oberbauch ab.
Weibchen hingegen besitzen vom Schnabelansatz an bis zu den Schwanzfedern auf der kompletten Rückseite (inclusive der lateralen Halsbereiche) sandfarben-weißliche Federn mit einer starken und relativ feinen, schwarzen Querbänderung. Die Kehle des Weibchens ist rein sandfarben, Hals und Brust hingegen sind ebenfalls deutlich gebändert wie das Rückseitengefieder.
Jungvögel ähneln den Weibchen.

Der Flugruf ist bei beiden Geschlechtern gleich - ein lautes "wulli-wulli”.

Habitat & Biologie

Die Verbreitung der Flughühner umfasst die Trockengebiete der Äthiopischen, Paläarktischen und Orientalischen Region mit hohen Artenzahlen in der Kalahari, der Sahara, dem Mittleren Osten und der Thar-Wüste in Indien. Viele Arten sind jedoch keine Wüstenbewohner, wie z.B. das Gelbkehl-Flughuhn (P. guttularis), das Grasland in der Nähe von Flüssen und Sümpfen bevorzugt - oder das Tibetflughuhn (S. tibetanus), das im Hochgebirge ab einer Höhe von 4000m üNN lebt.
Aufgrund der trockenen Nahrung und Bodentemperaturen von 40 bis 73°C müssen Flughühner täglich trinken (DE JUANA 1997). Die meisten Arten fliegen hierzu morgens (teilweise auch abends) Wasserstellen an, an denen sich hunderte bis tausende Individuen einfinden können. Die Männchen kauern sich während der Brutzeit bis zum Bauch in die Wasserstellen und schwenken ihren Körper hin und her. Dabei saugt sich ihr Bauchgefieder mit Wasser voll. Damit fliegt das Männchen zum Nest zurück, die Jungen und das Weibchen trinken dann das Wasser aus dem Gefieder des Männchens. Flughühner sind schnelle und ausdauernde Flieger (SVENSSON et al. 2011), die über lange Zeit Dauergeschwindigkeiten von 60-70 km/h aufrechterhalten können. Sie ernähren sich hauptsächlich von Samen (Leguminosen). Sie leben nomadisch, manche wechseln auch saisonal zwischen Brut- und Wintergebieten.
Flughühner leben monogam und brüten einzeln als Paar oder in losen Kolonien. Die Nester der Flughühner bestehen aus kleinen Mulden im Erdboden oder Sand (ähnlich vielen Limikolen / Watvögeln), die kaum ausgepolstert werden. Das Weibchen legt zwei- bis dreimal im Jahr etwa drei krP. quadricinctus bevorzugt trockene Savannenlandschaften und Buschland mit dornigen Sträuchern und eingestreuter, leichter Bewaldung, auch extensive Agrarareale werden nicht gemieden. Das Dreibinden-Flughuhn macht täglich lange Flüge um an das notwendige Trinkwasser zu gelangen.

Dreibinden-Flughühner sind dafür bekannt, dass sie eine Vorliebe für Hülsenfrüchte haben. Sie fressen aber auch Samen, Triebe und verschmähen auch kleine Gliederfüßer und andere kleine Wirbellose nicht. Es ist auch anzunehmen, dass sogar kleinere Echsen u.ä. (wie bei Hühnervögeln ebenso) mit verspeist werden, wenn diese sich erwischen lassen.

Die Brutzeit finder während der Trockenzeit statt - von November bis Juni im allgemeinen; in Senegambia hauptsächlich im März, von Februar bis März im Sudan und in Äthiopien.

Verbreitung

Die Brut-Verbreitung von P. quadricinctus liegt in Senegambia, Süd-Mali, Süd-Nigeria, Süd-Tschad und vom Süd-Sudan ostwärts bis Eritrea und Äthiopien, südwärts bis Ghana, Nigeria, Kamerun, Nord-Uganda und Nordwest-Kenia.

Es werden keine Unterarten differenziert.

Bemerkungen

Die IUCN stuft P. quadricinctus als "LC = Least Concern" ein - also als "Nicht gefährdet". Es macht sich die Lebensraumzerstörung auch hier sehr schnell bemerkbar - ebenso die Bejagung.

Schutzstatus

  • WA
    nicht gelistet
  • Verordnung (EG) Nr. 865/2006
    nicht gelistet
  • Bundesnaturschutzgesetz §44
    nicht gelistet