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Heringsmöwe
Larus fuscus
Art der Laridae


© Thomas Hochebner
juv.
3. KJ
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Allgemein zur Mauser der Großmöwen der Gattung Larus 

Großmöwen besitzen ein komplexes System von verschiedenen Kleidern, welches sich durch eine Abfolge von abwechselnden Teil- und Vollmausern ergibt. Für eine Altersangabe von Möwen wird oft statt dem Kalenderjahr der jeweilige Winter oder Sommer angegeben in dem sich der Vogel befindet. Dadurch, dass Großmöwen sowohl im Frühjahr (adulte Vögel auch schon im Spätwinter) als auch im Spätsommer bis Herbst jeweils eine Mauser vollziehen wäre durch die Angabe des bloßen Kalenderjahres das aktuelle Kleid nicht eindeutig angegeben. Bei der Angabe des Kleides ist außerdem zu beachten, dass der jeweilige Sommer auf den Winter folgt und nicht umgekehrt. Nachdem ein Jungvogel im Sommer geschlüpft ist, befindet er sich laut Definition erst nach dem ersten Winter im ersten Sommer.

Nach dem Flüggewerden befindet sich die Möwe im Jugendkleid (kurz juv.) und führt bereits im ersten Herbst eine Teilmauer des Kleingefieders und der Schulterfedern durch. Das Jugendkleid von Großmöwen zeichnet sich durch ein braunes, hell geschecktes Gefieder aus. Die Handschwingen sind recht einfarbig dunkelbraun, die Armschwingen hell gesäumt, die Schirmfedern auch kontrastreicher gezeichnet. Es finden sich keine grauen Körperpartien. Die Teilmauser im ersten Herbst bewirkt meist keine große Veränderung des Gefieders, weshalb die Färbung im 1. Winter dem Jugendkleid entspricht. Im Frühjahr des zweiten Kalenderjahres kommt es zu einer weiteren Teilmauser des Kopf- und Körpergefieders. Das Kleid im 1. Sommer zeichnet sich dadurch durch stark abgenutzte, meist spitz zulaufende Hand- und Armschwingen aus. Im Herbst erfolgt die erste Vollmauser der Möwe in das 2. Winterkleid. Durch die vollständige Erneuerung des ganzes Gefieders sind die Handschwingen wieder runder und oft mit schmalen weißen Säumen gerandet. Die Variationsbreite in diesem Kleid ist relativ groß und reicht von dem Jugendkleid fast identischer Färbung bis hin zu deutlich grauen Mantelfedern. Durch eine weitere Teilmauser im Frühjahr wechselt die Möwe in das 2. Sommerkleid. Das Kopf- und Körpergefieder wird erneuert und zunehmend weißer. Mit der Vollmauser im Herbst kommt der Vogel in das Kleid des 3. Winters. Die Handschwingen sind nun deutlich kontrastreicher ausgebildet laufen in den Flügelspitzen dunkel zu und besitzen häufig weiße Spitzenflecken. Die Armdecken sind meist schon gleichmäßig grau gefärbt und auch die Schirmfedern können bereits diese Färbung aufweisen. Die Färbung im 3. Sommer entspricht dem 3. Winter, jedoch ist durch die Teilmauser im Frühling der Weißanteil im Kleingefieder wieder gestiegen. Die Armschwingen zeigen sich noch sehr braun im Kontrast zur restlichen Möwe. Mit der Vollmauser im Herbst ist der Vogel im 4. Winter praktisch adult ausgefärbt. die Hand- und Armschwingen besitzen ihre endgültige Färbung, bräunliche Flügeldecken oder auch Alulafedern können jedoch noch auf den immaturen Status hinweisen. Im 4. Sommer ist die Möwe durch eine weitere Teilmauser vollständig ausgefärbt.

Adulte Vögel mausern im späten Winter in ein Pracht- oder auch Brutkleid. Oft findet sich dadurch im Sommerkleid ein stark abgenutzter Apikalfleck (apikal = “in der Spitze liegend”), also der weiße Fleck in den Handschwingenspitzen. Häufig kann dieser auch “ausbrechen”. Im Herbst, nach der Brutzeit wird durch eine Vollmauser ins Schlichtkleid gemausert. Die Schwingen sind wieder frisch und die Apikalflecken deutlich zu erkennen.

Artikelreferenzen

Nummer längste Längenverteilung der längsten Handschwinge kleinstes Individuum größtes Individuum
Handschwinge 10 pro Flügel 297.5 - 358.5mm n=13
H9 (92%) H10=H9 (8%)
4152
Armschwinge 23-25 pro Flügel 151.0 - 174.5mm n=13
A1 (46%) A17 (15%) A19 (15%) A16 (8%) A20 (8%) A18 (8%)
8817 4693
Steuerfeder 12
153.5 - 183.5mm n=8
S4 (38%) S5 (25%) S4=S5 (13%) S3 (13%) S2 (13%)
2213 2025
Flügellänge1 Handflügelindex1,2 (HWI) Handschwingenindex Verhältnis Flügellänge/ längste H Verhältnis Handflügel-/ Handschwingenindex
382 - 428mm n=10 54 - 60% n=8 47 - 50% n=12 Keine Daten verfügbar Keine Daten verfügbar
Details

Die Flügellänge berechnet sich aus der Länge des Flügels gemessen vom Carpalgelenk bis zur Spitze der längsten Handschwinge. Der Flügel wird dabei angewinkelt und die Handschwingen maximal gestreckt und flachgedrückt (Methode Kleinschmidt)

Kombinierte Daten aus:
Avonet1: 382 - 428mm n=10

Der Handflügelindex, wie er 1959 von Friedrich A. Kipp vorgestellt wurde, wird berechnet aus dem Verhältnis von Handlänge (Differenz zwischen längster Handschwinge und äußerster Armschwinge) und der gesamten Flügellänge.

Kombinierte Daten aus:
Avonet1: 54 - 60% n=8,
Der Handschwingenindex wird berechnet aus dem Verhältnis von längster Handschwinge zur ersten (äußersten) Armschwinge. Es ist das Equivalent zum Handflügelindex für Federmaße. Das Verhältnis der Flügellänge zur längsten Handschwinge erlaubt es Bestimmungsmerkmale, die auf einem der beiden Werte basieren, in den jeweils anderen Wert umzurechnen. Das Verhältnis Handflügel-/Handschwingenindex erlaubt es die Werte eines Verfahrens in die jeweils anderen Werte näherungsweise umzurechnen und für Bestimmungen zu verwenden.
1 Tobias, J. A., et al. (2022). AVONET: morphological, ecological and geographical data for all birds.
2 Kipp, Friedrich A.: "Der Handflügel-Index als flugbiologisches Maß", erschienen in "Vogelwarte - Zeitschrift für Vogelkunde", 1959, Band 20, Heft 1



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Quelle: IUCN 2025. IUCN Red List of Threatened Species. Version 2025-1 <www.iucnredlist.org>
Datenerhebung: |

Regenpfeiferartige

Unterarten

Verbreitung

Schutzstatus

  • Washingtoner Artenschutzübereinkommen
    nicht gelistet
  • Verordnung (EG) Nr. 865/2006
    nicht gelistet
  • Bundesnaturschutzgesetz §44
    besonders geschützt
  • gelistet im Jagdrecht