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Steinkauz
Athene noctua
Art der Strigidae

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Der Steinkauz ist die häufigste Kleineulenart in Europa. Durch sein großes Verbreitungsgebiet von ganz Eurasien bis nach Nordafrika sind verschiedene Unterarten ausgeprägt, welche sich auch im Gefieder voneinander unterscheiden. Durch den Variationsbereich lassen sich jedoch relativ oft nur tendentielle Unterschiede feststellen, nicht jedoch unterartspezifische Bestimmungsmerkmale.

Nominatform A. n. noctua

Die Hand- und Armschwingen sind mehr oder minder rötlich dunkelbraun gefärbt. Darauf zeigen sich klare Querstreifen, wie sie auch bei anderen Eulen zu finden sind. Siehe zB. den Habichtskauz, welcher zwar deutlich größer ist, jedoch eine ähnliche Färbung besitzt. Um den Kiel herum sind die Querstreifen abgedunkelt. Zur Spitze hin verlaufen sie ins Dunkle. Die obersten Streifen sind teilweise nicht mehr zu erkennen. Auf den Armschwingen ist die Zeichnung bis zur Spitze hin gleichmäßiger. Die Spitze der Federn ist schmal aufgehellt. Die Schirmfedern sind teilweise fast symmetrisch gezeichnet mit etwas schmalerer Zeichnung.

Die Steuerfedern besitzen die selbe Grundfärbung wie die Schwingen mit relativ symmetrischen Querbinden auf den zentralen Federn. Diese Querbinden besitzen eine holz- bis korkbraune Färbung. Im Steuer nach außen werden die Streifen auf der Innenfahne heller und auf der Außenfahne farbintensiver.

Die Handschwingen H6 (teilweise undeutlich) bis H9 besitzen eine partielle Verengung der Außenfahne. H10 ist vollständig verengt.

A. n. vidalii

A. n. vidalii ist die dunkelste Unterart des Steinkauzes. Im Deckgefieder sind die weißen Flecken etwas klarer abgegrenzt. Im Großgefieder ist bis auf einen leichten Olivton jedoch kein Unterschied auszumachen.

A. n. indigena

Diese Unterart ist etwas blasser als die Nominatform. Im Großgefieder ist dieser Unterschied jedoch kaum ausgeprägt bzw. wird von der generellen Varianz der Art kompensiert.

A. n. glaux

Diese Unterart Nordafrikas ist relativ klein. Der Variationsbereich der Größe reicht jedoch weit in den der Nominatform hinein. Die helle Zeichnung in den Schwingen ist tendentiell etwas größer und runder, die Färbung geht etwas ins Zimtbraune.

A. n. orientalis

Der Weißanteil im Gefieder dieser Unterart ist deutlich höher als bei der Nominatform. Die Streifen in den Schwingen und im Steuer sind nicht hellbraun sondern teilweise rein weiß und reichen weiter in das Braun hinein. Die einzelnen Streifen sind oft zu einer Fläche verschmolzen.

A. n. lilith

Diese Subspecies ist gelblich sandbraun gefärbt, der Weißanteil in den Federn scheint recht deutlich erhöht zu sein gegenüber der Nominatform.

A. n. saharae

Auch diese Unterart ist gelblich sandbraun gefärbt, ist jedoch etwas dunkler als lilith.

Weitere Unterarten

Neben den beschriebenen Unterarten gibt es noch weitere, zu deren Gefieder an dieser Stelle noch keine sichere Aussage getroffen werden kann.

Allgemein zur Ordnung der Eulen

Den Körperfedern der Eulen fehlt der dunig ausgebildete Afterschaft - Zwillingsfedern, wie beispielsweise bei Hühnervögeln, die das dunige Untergefieder bilden. Dafür besitzen sie eine dunige Ausbildung des basalen (spulennahen) Federabschnitts zur Thermoisolation.
Das Großgefieder der Eulen ist samtweich und die Federästchen sind sehr biegsam. Die Außenfahne der äußersten Handschwinge ist zu einem Kamm ausgebildet. Diese beiden Faktoren ermöglichen den Eulen - selbst dem Uhu (Bubo bubo) - einen nahezu lautlosen Flug. Die meisten Eulen besitzen neben den 10 Handschwingen noch ein Remicle, eine verkümmerte, 11. HS. Die Anzahl der Armschwingen liegt je nach Eulenart zwischen 11 und 18 Federn.

Feder Nummer längste
Handschwinge 10 pro Flügel 124.1 - 136.5mm n=16
H7 (81%) H8 (13%) H6 (6%)
Armschwinge 14-15 pro Flügel 100.0 - 111.0mm n=16
A1 (44%) A2 (44%) A4 (6%) A3 (6%)
Steuerfeder 12
79.4 - 91.9mm n=11
S3 (27%) S2 (27%) S1 (36%) S4 (9%)
Anmerkungen zu Vermessungsdaten

Anzahl der Individuen n

Für die Statistik der längsten Federmaße verwenden wir nur die Daten von Vögeln, bei denen die größten Federn vorliegen. Eine abgebrochene, fehlende oder im Wachstum befindliche Feder, welche potentiell die längste sein könnte disqualifiert das Individuum für die Vermessung. Ebenso werden keine Hybriden in die Statistik eingerechnet. Vögel verschiedenen Alters (z.b. junge und adulte Spechte), Geschlechts (z.b. männlicher und weiblicher Sperber) und Unterarten werden jedoch gleichermaßen im Diagramm genutzt und können so zu einem sehr großem Variationsbereich führen. Je größer die Anzahl an vermessenen Individuen ist, desto genauer ist die Angabe des Variationsbereichs. Sehr kleine Datensätze von einem oder nur ein paar Vögeln führen nur zu näherungsweisen Ergebnissen

Vermessungsmethode

Die Federn werden digital über den Scan vermessen. Dabei wird eine ventrale Krümmung der Federn für die Vermessung geradegezogen, eine kaudale Krümmung jedoch nicht! Vermessen wird vom Anfang der Spule bis zur größten Ausdehnung der Feder. Dies muss nicht immer zwingend der Kiel sein, sondern können (z.b. bei Ammern Armschwingen) auch die Federstrahlen sein. Besondere Ausprägungen wie z.b. die Wachsplättchen beim Seidenschwanz werden in der Vermessung ausgelassen.

Prozentangaben

Die Prozentangaben der einzelnen Federn wie z.b. H5 besagen wie groß der Anteil unter den Individuen ist, bei denen diese Feder die längste ihrer Art ist. Diese Angabe sollte immer in Verbindung mit der Gesamtanzahl der vermessenen Vögel betrachtet werden. Eine Angabe von 100% bei fünf Individuen ist keine Garantie dafür, dass diese Feder wirklich immer die längste ist.

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3. KJ Weibchen
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Länderzuweisungen

Eulen

Merkmale

Der Steinkauz (Athene noctua) ist eine Eule aus der Gattung der Steinkäuze (Athene). Die Eulen dieser Gattung zeichnen sich durch sehr lange Beine aus.
Athene noctua erreicht eine Länge von ca. 21-23cm, eine Flügelspannweite von 50-58cm und ein Gewicht von 160-240g (Männchen, Durchschnitt = 180g) bzw. 170-250g (Weibchen, Durchschnitt = 200g). Männchen besitzen die gleiche Größe wie Weibchen, sind aber und i.d.R. etwas leichter als diese.
Die Lebenserwartung liegt bei maximal ca. 16 Jahren in der Natur und 18 Jahren in Gefangenschaft.

Der Steinkauz besitzt etwa die Größe einer Türkentaube (Streptopelia decaocto). Der Schwanz ist recht kurz, die Stirn ist niedrig und der Scheitel flach - so wirkt der vom Hals nicht abgesetzte Kopf insgesamt flach und bullig. Die großen Augen sind gelb, und werden von zwei weißen Überaugenstreifen von der Stirn abgesetzt - die Überaugenstreifen wirken wie große Augenbrauen. Der "halslose" Kopf kann bis fast 270 Grad in beide Richtungen gedreht werden - je nach Stimmung kann der Kopf entweder flach und rund oder flach und kantig (aufgeplustert) wirken. Das "Occipitalgesicht" (also das "Scheingesicht" am Hinterkopf des Steinkauzes zur Feindabwehr und Einschüchterung) ist undeutlich erkennbar. Athene noctua besitzt vier Zehen an den glatt befiederten Beinen, von denen die vierte Zehe als "Wendezehe" ausgebildet ist - sie lässt sich bei Bedarf einfach nach hinten drehen. Die Krallen sind schwarz und glatt - im Gegensatz zur Schleiereule (Tyto alba), deren Krallen auf der Innenseite sägeartig gezahnt sind. Die Ohröffnungen befinden sich nahezu unsichtbar seitlich des Kopfes - Steinkäuze können auch noch das leiseste Rascheln im Gras oder Laub aus relativ großer Entfernung wahrnehmen. Der Schnabel wirkt sehr kurz und flach, jedoch besitzt Athene noctua einen sehr breiten Rachen - ebenso wie alle anderen Eulen und auch Nachtschwalben/Schwalme wie der Ziegenmelker (Caprimulgus europaeus).
Der Kopf des Steinkauzes ist sandfarben über schokoladenbraun bis zimtbraun mit kleinen, weißlichen Stricheln. Die Brust und der Bauch sind weißlich gepunktet und gestrichelt, während die Zeichnung in der Rückenregion nur weißlich gepunktet ist.
Besonders auffällig sind die langen Beine des Steinkauzes, die ihn als ausgesprochenen Bodenjäger auszeichnen.

Die Flügel des Steinkauzes sind recht kurz und rundlich. Im Zusammenhang zu seiner Größe macht ihn das unverkennbar im Flug.

Die Lautäußerungen von Athene noctua sind unheimlich vielfältig, und unterscheiden sich auch von Unterart zu Unterart. An dieser Stelle möchten wir auf eine Vogelstimmenwebsite verweisen:

Habitat & Biologie

Der leicht thermophile Steinkauz besiedelt primär die Steppen und die Halbwüsten des mediterranen Raumes, Afrikas und des inneren Asiens (Primärhabitat). Zum Kulturfolger wurde er erst, als der Mensch die Landschaft kultivierte und mit der Viehzucht und der Landwirtschaft begann (Sekundärhabitat).
In Mitteleuropa bewohnt er kurzrasige, im Winter rel. schnee- und eisfreie Regionen, die er i.d.R. unter 200m üNN vorfindet.
Der langbeinige Steinkauz ist ein typischer Bewohner von Baumsteppen mit spärlicher bzw. mit niedriger Vegetation. In Südeuropa präferiert er vor allem Korkeichen- und Olivenhaine, in Mitteleuropa hingegen Streuobstwiesen sowie Dauergrünlandbereiche mit alten Kopfweiden und Dorfränder mit Altbaumbeständen und Viehweiden (allesamt extensiv genutzt).
Der Steinkauz benötigt zur Jagd Flächen mit ganzjährig niedriger Vegetation, geeigneten Sitzwarten und als Tagesverstecke und Brutplätze Baumhöhlen, Nischen und Höhlen in alten Gemäuern, Steinbrüchen oder Gebäuden - alternativ werden auch sehr gerne geeignete Nisthöhlen mit Marderschutz angenommen.
In Spanien werden bevorzugt Höhenlagen von 500-1100m üNN besiedelt (Zentralplateau) - im Himalaya (Tibet) siedelt er sogar noch in Höhenlagen von 4000-4700m üNN.

Der Flächenbedarf von Steinkäuzen liegt in guten Lebensräumen bei ca. 1-2ha (10000-20000qm). Im Sommerhalbjahr kommen die mitteleuropäischen Populationen mit wenigen Hektar bei gutem Nahrungsaufkommen zurecht. Im Winterhalbjahr sieht das doch jedoch schon gänzlich anders aus - hier liegt der Flächenbedarf aufgrund der Nahrungsumstellung auf Kleinsäuger und z.T. Kleinvögel sowie der geringeren Verfügbarkeit der Nahrung um ein vielfaches höher.
Wanderungen fallen bei Steinkäuzen nur sehr gering aus. In Europa siedeln sich die Jungvögel zu 68% in weniger als 10km Entfernung zum Geburtsort an. 10% der Jungvögel unternehmen Wanderungen, die mehr als 100km vom Geburtsort an Entfernung betragen.

Athene noctua ist überwiegend Dämmerungs- und Nachtaktiv, jedoch sind gerade in der Brutzeit auch vermehrt Tagesaktivitäten zu beobachten.

Als Nahrung dienen dem Steinkauz je nach Region und Jahreszeit in erster Linie große Insekten wie Käfer und Heuschrecken sowie Schmetterlinge (Südeuropa), Regenwürmer (Frankreich), Feldmäuse (Mitteleuropa), andere Kleinsäuger, Kleinvögel, Reptilien und Amphibien.
Da die Steinkäuze zumeist auf Ansitzen (Gebäuden, Ästen, großen Steinen, Mauern, Zaunpfählen, etc.) ruhen, erfolgt die Beutejagd hauptsächlich zu Fuß am Boden.

Die Brutzeit fällt je nach Region unterschiedlich aus, in den nördlichen Gefilden normalerweise zwischen Februar und Juni. Auch sind mehrere Jahresbruten je nach Brutareal möglich. Die Geschlechtsreife wird im Alter von 12 Monaten erreicht. Nach der Balz legt das Weibchen normalerweise 3-5 (Min.-Max. = 3-7) weißliche Eier in die Bruthöhle. Nach 24-28 Tagen schlüpfen die Jungvögel, die Eier werden in der Brutzeit vom Weibchen bebrütet - jedoch legt das Weibchen regelmäßig Brutpausen ein und beteiligt sich mit an der Jagd. Nach dem Schlupf benötigen die Jungvögel noch etwa 30-34 Tage, um das Nest verlassen zu können. Eine weitere Woche später können die Jungen fliegen. Die Jungtiere werden noch weitere 5 Wochen nach Verlassen des Nests von beiden Eltern mit Nahrung versorgt, bis sie selbstständig jagen können.
Die Mortalitätsrate liegt im ersten Lebensjahr bei ca. 65%, in späteren Jahren bei etwa 30%.

Steinkäuze besitzen vielfältige Feinde. Neben geflügelten Prädatoren (Eulen, Falken, Habichte und Bussarde, Adler, Geier) sind gerade Marder und Hauskatzen an den Eulen als Beute interessiert.

Verbreitung

Folgende Unterarten werden aktuell bei Athene noctua unterschieden (incl. Verbreitung):

  • Athene noctua noctua: Von Süd-Deutschland an besiedelt die Nominatform Mitteleuropa südwärts bis Sardinien und Sizilien (incl. Korsika, Italien, den nordwestlichen Balkan, Südost-Östereich, die Slowakei und Ungarn) ostwärts bis Nordost-Rumänien.
  • Athene noctua glaux: Besiedelt die Küstengebiete Nordafrikas sowie die Küstengebiete Israels südlich von Haifa.
  • Athene noctua vidalii: Besiedelt West- und Nord-Europa - vom südlichen Baltikum bis Spanien incl. der Balearen, ostwärts über Polen bis Nordwest-Russland - in Großbrittanien ausgesetzt.
  • Athene noctua indigena: Besiedelt Albanien, Süd-Serbien, Süd- und Ost-Rumänien ostwärts über die Süd-Ukraine bis zum Kaukasus und Südwest-Sibirien, südwärts bis Kreta, die Türkei (außer den Südwesten) sowie Syrien, Libanon, Israel, Jordanien und die palästinensischen Autonomiegebiete; zudem wird noch der Bereich um Haifa (Israel) und Nordwest-Israel besiedelt.
  • Athene noctua saharae: Bewohnt die nördliche und zentrale Sahara (Marokko, Algerien, Tunesien, Ägypten) ostwärts bis zur Grenze der Arabischen Halbinsel (wo sie sporadisch auftritt), südwärts bis Mauretanien, Mali, Niger, Tschad und Sudan.
  • Athene noctua ludlowi: Bewohnt Süd- und Ost-Tibet ostwärts bis West-Sichuan (Süd-Zentral-China) und südwärts bis in den Nord-Himalaya.
  • Athene noctua plumipes: Besiedelt die Region um das südliche Altai-Gebirgsmassiv (Nordost-China), die Mongolei, ostwärts bis Nordost-China und Ussuriland.
  • Athene noctua orientalis: Bewohnt die Grenzregion von Sibirien und Nordwest-China südöstlich von Novosibirsk in beiden Ländern.
  • Athene noctua impasta: Besiedelt das nördliche und westliche Zentral-China (Nordwest-Qinghai, Südwest-Gansu und Kokonor).
  • Athene noctua spilogastra: Bewohnt die Küstenregionen des Roten Meeres vom Ost-Sudan, Nordost-Äthiopien und Eritrea.
  • Athene noctua somaliensis: Besiedelt Ost-Äthiopien und Somalia.
  • Athene noctua bactriana: Südost-Aserbaidschan, Ost-Irak, Iran und Afghanistan ostwärts über Zentral-Asien bis zum Lake Balkash und südwärts bis West-Pakistan.
  • Athene noctua lilith (von einigen Forschern als eigene Art aufgeführt!): Bewohnt Zypern sowie das Inland des Mittleren Ostens von der Südost-Türkei bis nach Süd-Sinai.

In Neuseeland wurde der Steinkauz zwischen 1906 und 1910 in der Region Otago eingebürgert. Man wollte damit den Bestand der eingeführten europäischen Singvögel (Goldammer, etc.) regulieren, die sich teils sehr stark dort verbreiteten. Dies erwies sich als Fehlschlag, da Singvögel im Beutespektrum des Steinkauzes nur einen geringen Anteil haben. Mittlerweile ist der Steinkauz auf der gesamten Südinsel verbreitet.

Sieht man sich die DDA-Verbreitungskarte (DDA = Dachverband Deutscher Avifaunisten) des Steinkauzes in Deutschland an - Weblink zur Verbreitung des Steinkauzes in Deutschland -, dann fällt einem sofort ins Auge, dass der Verbreitungsschwerpunkt der Art in Nordrhein-Westfalen liegt (bis zu 76% des bundesweiten Brutbestandes). Hessen beherbergt den zweitgrößten Anteil am gesamtdeutschen Brutbestand. Dies gelingt trotz der Intensivlandwirtschaft NRWs und Hessens jedoch nur dank der ehrenamtlichen Tätigkeiten der Hobbyornithologen und Eulenschützer, sowie der Mitarbeit vieler Grundstücksbesitzer. Ohne künstliche Nisthilfen wären sehr viele Brutpopulationen in Deutschland schon längst zusammengebrochen.
Ein weiterer Grund für die Brutkonzentration im Westen NRWs liegt darin begründet, dass in den Niederlanden noch eine starke Gesamtpopulation von Athene noctua besteht.

In Großbritannien war der Steinkauz bis in die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts ein seltener Irrgast. Die Eule wurde erst in den 1870er und 80er Jahren gezielt angesiedelt. Bereits zur Wende ins 20. Jahrhundert gab es im Südosten Englands und im Osten der Midlands zwei große Brutpopulationen. Verstärkt durch weitere Ansiedelungen haben Steinkäuze insbesondere während der Jahre 1910 bis 1930 den größten Teil der britischen Insel besiedelt. In Südengland ist er heute eine charakteristische Art ländlicher Gebiete. Lediglich nördlich der Linie Edinburgh-Glasgow haben sich Steinkäuze bislang nicht etablieren können.

In Deutschland ist der Steinkauz stark gefährdet. Große Populationen leben in den kopfbaumreichen Niederungsgebieten Westfalens, am ebenfalls kopfbaumreichen unteren Niederrhein sowie in der westlichen Jülicher Börde, wo es zahlreiche beweidete Obstwiesen gibt. Hessen weist die zweitgrößte Brutpopulation Deutschlands auf und kann anders als Nordrhein-Westfalen sogar eine leichte Bestandszunahme über die letzten 25 Jahre verzeichnen.

In der Schweiz ist der Steinkauz eine mittlerweile seltene Art, deren Verbreitung auf die Regionen Ajoie, den Kanton Genf und den Kanton Tessin begrenzt sind.

Luxemburg gehört zu den Ländern mit einem sehr dramatischen Bestandseinbruch. Es gilt als eines der Länder, in denen die Art vermutlich vollständig verschwinden wird.

Einen ähnlichen negativen Bestandsverlauf gibt es für Österreich. Steinkäuze waren in Österreich noch bis in die 1970er Jahre sehr häufig. Der gesamte, nationale Brutbestand kommt mittlerweile überwiegend nur noch im Weinviertel in Niederösterreich vor. Diese Region ist noch sehr stark von traditionellem Weinanbau geprägt, und viele der Steinkäuze nutzen alte Weinkeller als Nistplätze.

Bemerkungen

Die IUCN / Birdlife International stuft Athene noctua global als "Least Concern = LC" - also als "ungefährdet" - ein. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Steinkauz lokal und regional sowie national in Mitteleuropa vom Aussterben bedroht ist und z.T. dem Aussterben immer näher rückt. Schuld daran sind die Intensivierung der Landwirtschaft, der Einsatz von Insektiziden/Pflanzenschutzmitteln, Urbanisierungsmaßnahmen, etc.
Der Steinkauz lässt sich nur dadurch schützen, dass zum einen eine extensive Bewirtschaftung des Grünlandes stattfindet, und zum anderen geeignete Brutröhren als künstliche Nisthilfen aufgehangen werden.
An dieser Stelle möchten wir auf drei Bauanleitungen für Steinkauz-Nisthilfen verweisen:

Athene noctua endet durch die terrestrische Lebensweise häufig als Verkehrsopfer auf den Straßen. Unter Beachtung der jeweiligen gesetzlichen Bestimmungen hinsichtlich Washingtoner Artenschutzgesetz, nationalen Natur- und Artenschutzgesetzen und auch den entsprechenden Jagdgesetzen lohnt sich mit einer Ausnahmegenehmigung zum Sammeln der Federn das Absuchen der Straßen in den Vorkommensgebieten.

Die Gewölle sind im Durchschnitt 33mm lang und 13mm dick (Variationsbreite 15-52mm Länge und 9-18mm Dicke). Sie bestehen meist nur aus Insektenresten und zerfallen leicht.

Schutzstatus

  • WA
    Anhang II
  • Verordnung (EG) Nr. 865/2006
    Anhang A
  • Bundesnaturschutzgesetz §44
    streng geschützt